Reisesplitter in Freiburg

Poster Reisesplitter Freiburg

Zitat: ♪ Keny Arkana
„Ils ont peur de la liberté“

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Vernissage:

Donnerstag, 4. Februar 2016
20.30 Uhr
im Jos Fritz Café, Freiburg

Diéné Nemorin & Yael Landau: Tanz

Hadji Ahmed: Performance

Eintritt gratis

Ein Eindruck der Ausstellung in Essen

Diese Ausstellung ist für alle Menschen, die bereit sind, sich im Gesicht einer/eines Fremden wiederzuerkennen.

Für Menschen, die Mitgefühl empfinden und Freude daran finden, Geschichten zu teilen.

Für Menschen, die bereit sind, Schweigen zu lernen, um den Geschichten jener Stimmen zu lauschen, die im hysterischen Lärm unterzugehen drohen.

Stimmen, die nicht unsere Sprache sprechen.

Sprecher_innen*, die nicht privilegiert genug sind, um gehört zu werden.

Worte und Gesten, die wir nicht verstehen.

Jedes ausgestellte Bild ist bloß ein persönlicher Erinnerungssplitter einer Begegnung mit einem Menschen in einem vergangenen Moment an einem bestimmten Ort. Mehr nicht. Diese Ausstellung ist kein ethnografisches Archiv. Sie lädt ein, in Gesichtern von Menschen Lesen zu lernen, um dadurch die eigene Isolation zu durchbrechen:

Alte Menschen, fröhliche Menschen, gebrochene Menschen, ausgelassene Menschen. Herausfordernde und sehnsüchtige Blicke. Lachfalten und traurige Gesichter – Anzeichen von gelebtem Leben.

Ihre Beweggründe können wir nicht an ihrer Erscheinung ablesen, und noch weniger dadurch beurteilen. Was wissen wir von ihnen, dass wir sie verurteilen können? Sehen wir nicht das Menschliche, das Liebende und oder das Gebrochene, die Hoffnung oder Frustration in ihren Gesichtern, die für uns Anlass genug sein müssten, um ihnen tiefen Respekt zu erweisen?

Diese Ausstellung wäre nicht möglich gewesen, ohne all die Frauen*, hier und dort, deren Leben voller Herausforderungen, Entbehrungen oder irgendeiner Form von Gewalt gewesen ist. Frauen*, die von Kriegen oder von Wanderungen ohne Rückkehr, vom Exil, vom Zurücklassen geliebter Menschen und Orte gezeichnet sind. Frauen*, die zerbrochen sind. Und Frauen*, die trotzdem weiter kämpfen. Frauen*, denen es gelingt Kindern, das Leben stets etwas erträglicher zu machen. Mit einer unerschütterlichen Hoffnung auf weniger Sterben und mehr Leben.

Diese Ausstellung widme ich besonders ihren und unseren Schwestern* und Töchtern*, den Mädchen* und Frauen* von morgen, welche die Narben unserer Vorfahrinnen* im Leib tragen, auf deren Kosten die globalen politischen und wirtschaftlichen Machtkämpfe ausgefochten werden. Und die trotzdem lachen, leben und lieben werden.

Herzlicher Dank gilt den Mitarbeiter_innen Jos Fritz Cafés, die diese Ausstellung ermöglichen.
Außerdem danke ich Diéné Nemorin, Yael Landau und Hadji Ahmed sehr für die künstlerische Gestaltung während der Vernissage.

Die Preise der Bilder sind verhandelbar. 10% des Verkaufs gehen an die feministische Frauenrechts- und Hilfsorganisation medica mondiale.

Ein Eindruck der Ausstellung in Essen:
Der Film zur Ausstellung
Der Film zur Ausstellung

Mehr zum Thema Frauen auf der Flucht auf Radio Dreyeckland.

* Das Gender-Sternchen weist auf die Armut der deutschen Sprache hin, die sich schwer tut, nicht-heteronormative Identitäten miteinzubeziehen.
_ Das sogenannte Gender Gap, signalisiert durch den Unterstrich, bietet Platz für Menschen, die sich außerhalb der binären Geschlechterkategorien Mann-Frau einordnen.

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